$ init cms-migration --mode=survival
Status: INITIALIZED
Source: LOCAL DRIVE
Target: CLOUD PRODUCTION
CMS-Migration:
Survival-Guide
für die digitale Baustelle
Warum Content-Migrationen scheitern – und wie man es verhindert.
Feenstaub und Heinzelmännchen
Es gibt Menschen, die verwechseln den Kauf einer neuen Software mit einer fertigen Website. Das ist zu einem so kleinen Teil richtig und zu einem so großen Teil falsch, dass der Irrtum regelmäßig Budgets in Millionenhöhe versenkt.
IF (software buy == website ready) {
throw new BudgetException();
} Da wird in monatelangen Meetings ein sündhaft teures CMS ausgewählt und Hochglanz-Präsentationen werden beklatscht – nach dem Motto: „Jawoll. Wir sind jetzt digital." Tatsächlich aber stehen wir alle nackt da, sobald der Vertrag unterschrieben ist – sagt uns nur keiner.
Denn von allen Aufgaben gibt es diese eine, die ausnahmslos unterschätzt wird: die Content-Migration. Wenn jemand ein Haus baut, vergisst er nie die alten Möbel. Unternehmen nehmen jedoch an, dass tausende Texte und Bilder auf magische Weise – quasi durch feenhaften Feinstaub – ihren Weg von selbst finden. Wer nicht grandios scheitern will, muss das digitale Bullshit-Bingo kurz pausieren.
Welchen Müll schleppen wir mit?
Grundlegend für jedes Migrationsprojekt ist es zu bestimmen, was überhaupt rüber in das neue System soll. Und hier kommt die Wahrheit, die niemand hören will: Der am einfachsten zu migrierende Inhalt ist der, den wir in die Tonne treten.
Ein gigantischer Teil des Inhalts im alten CMS ist ohnehin völlig unnötig – redundant, veraltet, trivial. Niemand liest es, niemand braucht es. Jede Migration muss deshalb mit einer knallharten Prüfung beginnen. Wir ziehen uns eine Liste aller URLs (via SiteMap oder Crawler) und stellen ein paar fiese Fragen:
Web-Redesign-Projekte entstehen meist aus dem Wunsch, den Fokus zu schärfen. Passt der alte Kram noch zu diesem neuen Fokus? Brauchen wir die ewig lange, langweilige Unternehmensgeschichte wirklich noch, oder sind ganze Seitenbereiche längst hinfällig?
Wie viele Seitenaufrufe hatte der Inhalt im letzten Jahr? Drei? Und zwei davon waren von dem Kollegen, der ihn geschrieben hat? Wenn Inhalte keinen Traffic generieren, sind das ziemlich deutliche Hinweise darauf, dass sie weniger systemrelevant sind, als wir in unserer Filterblase dachten. (Falls wir keine Web-Analysen haben, um das zu prüfen, haben wir ohnehin ein ganz anderes Problem.)
Das Prinzip „Vergebung statt Erlaubnis"
Was passiert eigentlich, wenn wir den alten Kram einfach nicht mitnehmen? Manchmal ist es ratsam, eher um Vergebung als um Erlaubnis zu bitten. Wenn unser Unternehmen 426 Pressemitteilungen hat, die acht Jahre zurückreichen – was würde passieren, wenn die Hälfte davon es nicht auf die neue Webseite schafft? Würde es irgendjemand auf diesem Planeten bemerken? Würde sich jemand darum kümmern?
Politische Revierkämpfe und gekränkte Egos
Solche inhaltlichen Aufräumarbeiten enden fast immer in politischen Scharmützeln. Warum? Weil der Inhalt auf der Website oft als Stellvertreter für die Daseinsberechtigung ganzer Organisationseinheiten und als Bedeutung in der Hierarchie gesehen wird. Jeder Abteilungsleiter denkt, sein Inhalt ist der Nabel der Welt.
Plötzlich tauchen Menschen auf, die sich sonst nicht die Bohne für die Website interessieren, und erklären ihren acht Jahre alten Text zur systemrelevanten DNA der Firma. Politische Revierkämpfe sind hier völlig normal.
„Nein, Klaus-Dieter, dein Bericht vom Betriebsausflug 2017 generiert seit fünf Jahren null Klicks. Der stirbt heute."
— die Stimme, die jede Organisation braucht
Deshalb brauchen Sie hier jemanden mit Rückgrat in der Führungsebene. Wenn sich zwei Silberrücken nicht einig sind – wer trifft die endgültige Entscheidung? Stellen wir uns darauf ein, dass dieser Prozess wegen solcher Befindlichkeiten viel mehr Zeit frisst, als irgendein Projektplan ahnen lässt.
Rettet uns vor den Excel-Tabellen des Todes
Um diese Entscheidungen festzuhalten, vermeiden wir bitte monolithische Excel-Tabellen, in denen zwölf Leute gleichzeitig Zellen überschreiben und am Ende niemand mehr weiß, was Version Migration_Final_v8_wirklich-final.xlsx bedeutet.
Warum das neue System kein „altes System in hübsch" ist
Zu viele Web-Projekte beginnen mit der naiven Annahme, das neue CMS funktioniere im Grunde exakt wie das alte – nur eben in hübsch, mit abgerundeten Ecken und einer modernen Benutzeroberfläche. Das ist meistens der Moment, in dem die Entwickler im Raum leise zu weinen anfangen.
Unterschiedliche Content-Management-Systeme funktionieren schlichtweg nicht auf die gleiche Weise. Zwei Systeme haben oft völlig unterschiedliche Paradigmen dafür, wie Daten modelliert, aggregiert und ausgespuckt werden. Es gibt keine „Unified Theory of Content Management" – jedes kocht sein eigenes Süppchen.
Die Schrankwand im Smart-Home
Das neue System ist nicht einfach nur frisch gestrichen. Die Zimmer sind völlig anders geschnitten, die Steckdosen hängen an der Decke und es gibt keine klassischen Türen mehr. Es wäre grenzenlos naiv zu glauben, dass unsere Gelsenkirchener Barock-Schrankwand (unser alter Content) sich in diesem neuen Bauhaus-Smart-Home einfach so aufstellen lässt.
Inhaltstypen
Hatten wir früher nur ein gigantisches Textfeld (WYSIWYG), in das Redakteure munter wilden HTML-Code, Tabellen und Bilder reingeklatscht haben? Wenn das neue System auf saubere, strukturierte Felder (Titel, Teaser, Haupttext, Autoren-ID) setzt, müssen wir den alten Pudding irgendwie in Form pressen.
Paradigma-Clash
Wenn das alte CMS seitenbasiert war und das neue hochgradig relational arbeitet, wird die Zuordnung zur absoluten Qual.
Navigation & globale Vorlagen
Wie geht das neue CMS mit Menüs, verwandten Beiträgen, Kopf- und Fußzeilen um? Einige Systeme haben starre Menübäume, andere bauen die Navigation implizit aus Metadaten auf. Hier zerschellen regelmäßig die Illusionen der Design-Abteilung an der Datenbank-Logik.
Die URL-Panik & das SEO-Nirvana
Kann die alte URL-Struktur im neuen CMS 1:1 dupliziert werden? Wenn nicht (und die Antwort ist meistens „Nein"), brennt die Hütte. Wenn Google unsere Seiten unter den neuen URLs nicht mehr findet, sind wir digital tot. Gigantische Tabellen mit HTTP-Umleitungsregeln (301-Redirects) sind dann Pflicht.
Schaufeln im Maschinenraum
Angenommen, wir wissen grob, wie das Zeug aussehen soll. Jetzt stehen wir vor der brutalsten Frage: Wie verschieben wir die verdammten Bytes tatsächlich von A nach B? Sie haben traditionell zwei Möglichkeiten, und beide tun weh:
Die drei absoluten Endgegner
Rich-Text-Inhalte (HTML)
WYSIWYG-Editoren der Vergangenheit haben oft einen grauenhaften Code-Müll hinterlassen. Das Skript muss den alten HTML-Code analysieren, unsichtbare Layout-Leichen löschen und alles in saubere Richtlinien pressen. Das ist wie die archäologische Ausgrabung einer digitalen Müllhalde.
Tote Links
Wenn sich URLs ändern, sterben die internen Querverweise. Wir müssen alle alten Links finden, das neue Ziel ableiten und sie neu verbinden, sonst besteht unsere neue Seite nur aus 404-Fehlern.
Der Content Freeze
Irgendwann muss es unweigerlich einen „Content Freeze" geben. Ab Tag X darf im alten System nichts mehr geändert werden, während die migrierten Inhalte im neuen System die Qualitätssicherung durchlaufen. Es fühlt sich an, als hätte man einen Fuß im Grab (dem alten CMS) und den anderen auf einer Bananenschale (dem neuen CMS). Redakteure schreien auf – aber ohne diesen harten Schnitt migrieren Sie ein bewegliches Ziel. Ein Ding der Unmöglichkeit.
Warum wir scheitern – und wie wir es verhindern
Im Mittelpunkt jeder erfolgreichen Migration stehen diese drei Fragen: Redaktion, Funktion und Technik. Wenn wir sie realistisch und ehrlich beantworten, verhindern wir, dass wir monate- oder jahrelang auf das allumfassende Wunder warten.
Warum werden Migrationen unterschätzt? Ganz einfach: Die Auswahl, der Aufbau und die Implementierung eines neuen CMS sind spannend. Es ist das Neue, das Mögliche, bei dem man Visionen haben und bunte Dashboards bewundern darf. Die vorhandenen Inhalte dagegen werden als Anker aus der Vergangenheit wahrgenommen – als glamouröser Ballast, mit dem man sich auf der Baustelle noch herumschlagen muss.
Was nehmen wir mit? Was lassen wir sterben?
Wie passt alter Content in neue Strukturen?
Wie kommen die Bytes von A nach B?
Ein gewisses Maß an Spannung und Chaos ist total normal; eine ruhige Migration ist in freier Wildbahn noch nie gesichtet worden.
$ describe komputerkidz --role="cheat-code"
komputerkidz: Der Cheat Code für Ihre CMS-Migration
Genau hier enden die meisten Migrationsleitfäden.
Sie wünschen viel Glück und überlassen Sie dem Copy-Paste-Wahnsinn oder der kaputten Skript-Hölle. Wir machen das anders. Wir sind die komputerkidz und haben dieses Whitepaper geschrieben, weil wir uns jahrelang denselben Schmerz angesehen und beschlossen haben, ihn abzustellen.
Die internen Revierkämpfe (Frage 1) müssen wir gemeinsam klären, aber für Frage 2 und 3 haben wir die Lösung gebaut. Unsere Softwareplattform ist der Cheat Code für Ihre CMS-Migration:
Wir parsen, reinigen und strukturieren Ihre Altlasten automatisiert.
Wir mappen Strukturen und lassen Ihre SEO-Werte am Leben.
Wir verkürzen die Stillstandszeit auf ein Minimum.
Sie kümmern sich um die Zukunft. Wir sorgen dafür, dass die alten Daten geräuschlos umziehen, ohne dass Ihr Team den Verstand verliert.